Alois Blamberger

Oberbergmeister, Musikant

* 1912   † 1989

 

Zum Leben

Alois Blamberger wurde am 25. 8. 1912 als jüngstes von vier Geschwistern in Bad Ischl, Perneckerstraße 27 geboren.
Vater: Salinenarbeiter Franz Blamberger (1871-1944)
Mutter: Bauerstochter Aloisia Blamberger, geb.Unterberger (1877-1946)
Brüder: Franz (1907-1993, Salinen-Arbeiter), Fritz (1908 -1944), Schuster, gestorben an Tuberkulose)
Schwester: Burgi (1910 – 1973, Schneiderin)

Erster Kontakt mit echter Volksmusik in der nachbarlichen Gastwirtschaft.
Die Eltern verbieten Lois das Geigespielen. Er baut sich in den Zwanziger-Jahren selber eine Geige aus einer Zigarrenkiste. Damit versuchte er zu spielen, bis die Musikanten auf ihn aufmerksam werden und er endlich 1924 Geigenunterricht bei Lois Ebner bekommt. Zu dieser Zeit lernt er sich auch autodidaktisch das Spiel auf der Seitelpfeife.

  • 1918 bis 1926 Pflichtschulzeit
  • 1927 bis 1930 Tischlerlehre
  • Mitglied mit den Brüdern in der „Gesellenvereins Streich“
  • 1931 Arbeit als Bootsbauer
  • Von 1925 bis 1938 Familien Musi: Bruder Franz – 1. Geige, Lois – 2. Geige, Gschwandtner Fritz (gestorben 1940) – Viola, Bruder Fritz - Bassgeige
    Alle Stücke werden nach Gehör einstudiert. Neben echter Volksmusik wird auch die damalige Unterhaltungsmusik gespielt. Meistens in Wirtshäusern, aber auch z.B. in der Kaiservilla.
    Musiziert wurde für Essen und Trinken, was in der Arbeitslosen-Zeit von Vorteil war. Mitglied bei der "Kolpingkapelle Ischl", einer Streichmusik mit 22Mann
  • Beginnt 1934 als Bergarbeiter im Ischler Salzberg
  • Musiziert auch im Salzberg und kommt vermehrt in Kontakt mit Geigern und Seitlpfeifern aus Goisern. Man musiziert bei Schützenfesten und Bergfesten. (Im „Tausch“ gegen moderne Schlager lehrte ihn z.B. ein alter Bergmann namens Attwenger Volksmusikstücke)
  • 1940 Heirat mit Anna Plamberger aus Radau.
  • 1940 Kriegsdienst in Russland. Nimmt die Seitlpfeife als "Überlebensmittel" mit.
  • 1942 Kriegsdienst in Griechenland. Organisiert sich eine Geige und gründet mit einem Wiener Harmonikaspieler und einem Nürnberger Gitarristen eine Schrammelmusik: die "Partisanen Schrammeln". Einsatz als Truppenbetreuung
  • 1943 Geburt des Sohnes Ludwig (Werbeberater)
  • Organisiert nach Kriegsende 1945 mit seinem Onkel Leopold Khalß wieder den Seitlpfeifertag
  • 1946 Geburt der Tochter Margarete (Musiklehrerin)
  • 1947 Geburt der Tochter Notburga (Drogistin)
  • 1948 Besuch der Berg- und Hütten-Schule Leoben
  • 1950 Arbeit als Steiger, später als Bergmeister im Salzberg Bad Ischl
  • Spielt in den 50er Jahren immer wieder mit verschiedenen Musikanten mit der Geige und übernimmt von seinem Onkel Leopold Khalß die Organisation der Pfeifertage
  • Ab 1962 oder 63(?) 1. Geiger bei der Simon Geigenmusi (laut eigener schriftl. Angabe: 63).
    1965 Simon Geigenmusi gewinnt mit dem „Amsel Steirer“ die Bischofshofner Amsel. (Auszeichnung bei Volksmusik „Wettbewerb“). Kontakt mit Tobi Reiser und Fanderl Wastl.
  • Mit Geigenmusi, Seitlpfeife und Maultrommel Musikantenreisen nach Berlin, Belgien und Amerika
  • Immer wieder wirkt er bei Theater-Aufführungen der Ischler Volkspielgruppe mit, bei der er schon mit 15 Jahren erstmals auftritt.
  • Seine handwerkliche Ausbildung nützt er beim Bau und bei der Reperatur von Instrumenten (u.a.baut er 2 kleine Bassgeigen) und er baut auch Möbelstücke jeder Art.
  • 1973 Pensionierung als Oberbergmeister.

Für seine Aktivitäten im Bereich der Volksmusikpflege erhält er den Titel "Konsulent" der OÖ Landesregierung.

In den Jahren bis zu seinem Tod als Referent bei unzähligen Pfeifer- und Musikantenwochen.

Insgesamt spielte er außer Geige, Seitelpfleife und Maultrommel auch Zither, Streichzither, Gitarre, Blockflöte, Klarinette, Akkordeon, etwas Klavier. Zum 70. Geburtstag bekam er ein Saxophon.

Sein Ziel war nie die Perfektion. ("Die Perfektion blast der Volksmusik den Staubzucker weg!") Neugier für neue Strömungen, Liedermacher, junge Musikanten. In seiner Interpretation lässt er keinerlei "Moden" zu.

Zu den vielen Verehrern zählen neben den Geigern Hermann Härtl und Prof. Rudi Pietsch, Dr. Gerlinde Haid (gest. 2014) und Roland Neuwirth von den „Extrem Schrammeln“.

Roland Neuwirth über Blan Lois

"Man muss den Lois gehört und gesehen haben - oder besser gespürt haben, um zu wissen, wer er ist. Ich würde ihn unter tausend Geigern sofort heraus kennen, und das macht mich eigentlich auch traurig, weil ich weiß: Wenn er einmal nicht mehr ist, wird die alte Geigenmusi auch nicht mehr sein..."
Verfasst vor dem 70er von Lois Blamberger.

Im, Bild unten Lois Blamberger mit jener "Geige", die er sich als Bub aus einer Zigarrenschachtel gebastelt hat (Foto 1977)

Blan Lois als Volksschauspieler

Lois spielte bei zahlreichen Aufführungen von Volksspielgruppen mit. Unvergesslich seine Mitwirkung beim Ischler Krippenspiel, das alle 4 Jahre aufgeführt wird.
Im Bild beim Ischler Krippenspiel 1963 und bei der Aufführung "Das ewige Licht" auf dem Kalvarienberg 1967

Das Grab am Ischler Friedhof

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